Magazin - deine Baustoffe
fröhliche Kinder vor Fenster
Umbau

Aus eins mach zwei – Mila und Leonie bekommen ihre eigenen Zimmer!

Wie Familie Krenz mit Hilfe einer Trockenbauwand ganz einfach ein großes Kinderzimmer teilte. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Familienglück!

Autorin

Die Idee, ein eigenes, kleines Bauprojekt zu starten, entstand nach einem erneuten Streit unserer Töchter, die sich seit Jahren in unserer Stadtwohnung ein etwa 25 Quadratmeter großes Zimmer teilen. Mila ist fünf Jahre alt und liebt von „Bibi Blocksberg“ bis zu „Drei Fragezeichen“ alle Hörbücher – wenn sie möglichst laut abgespielt werden. Leonie möchte mit ihren 14 Jahren ungestört mit ihren Freunden tuscheln, gackern und über Jungs reden. Das passt nicht mehr zusammen!

Trennwand selber bauen
Beim Auftragen und Abschleifen der Spachtelmasse ist es gut, besonders gründlich zu arbeiten. © Adobe Stock

»Durch die Montage der Wand sollte der Boden der Mietwohnung nicht leiden und alle offenkundigen und versteckten Lärmbrücken geschlossen werden.«

Damit jeder ein eigenes Zimmer bekommt, musste eine Wand her. Problem: Wir konnten in unserer Mietwohnung nicht einfach eine Mauer ziehen. Weil wir eine große Baustelle, hohe Kosten, viel Dreck und vor allem lange Bauzeiten vermeiden wollten, haben wir uns für den Bau einer Trockenbauwand mit einer Verbindungstür entschieden. Unser Anspruch, vorab eine belastbare Kostenübersicht zu erhalten, sowie alle Materialien inklusive Werkzeuge und eine gute Beratung aus einer Hand zu bekommen, wurde bei deineBAUSTOFFE erfüllt. Der Bestellvorgang sämtlicher Materialien per Konfigurator war einfach, die Lieferung erfolgte prompt. Und – um es vorweg zu sagen – wir haben exakt einen Tag benötigt, bis die Kinder ihr eigenes Reich beziehen konnten.

In sieben Schritten zur Trockenbauwand
1. Materialbestellung und Werkzeug-Check
2. Planung
3. Vorbereitung
4. Ständerwerk errichten
5. Türöffnung vorbereiten
6. Gipskartonplatten anbringen
7. Abspachteln und Grundieren

Was war uns neben dem Zeit- und Kostenfaktor noch wichtig? Die Wand sollte nicht nur ein Sicht sondern auch ein Lärmschutz sein. Ihre Oberfläche musste einerseits Milas Bibi-Blocksberg-Tapete tragen und andererseits perfekt für Leonies Wunsch geeignet sein, einen Anstrich in ihrer Lieblingsfarbe rosa aufzunehmen. Durch die Montage sollte der Boden der Mietwohnung nicht leiden und alle offenkundigen und versteckten Lärmbrücken geschlossen werden.

Aber am wichtigsten war uns, dass unsere Töchter endlich stolz und glücklich über ihre eigenen kleinen Refugien verfügen sollten. Wie leicht wir den Mädchen den Wunsch erfüllen konnten, zeigen wir Dir hier in nur fünf Montage-Etappen. Besondere Tipps aus unseren Erfahrungen finden sich in den einzelnen Schritten.

Schritt 1: Material und Werkzeugcheck

Prüfe zunächst Deinen Werkzeugbestand. Du wirst sehen, die meisten Werkzeuge besitzt Du bereits: Akkuschrauber, Bohrmaschine, Stichsäge, Blechschere, Wasserwaage, Cutter- oder Teppichmesser, Lineal, Maßband, Spachtel (etwas breiter), Schleifpapier, Pinsel. Fehlt etwas? Ganz einfach bestellen unter www.deinebaustoffe.de

Jetzt betrachten wir Deinen Materialbedarf. Auch das ist schnell gemacht, denn im Wesentlichen besteht er aus speziellen Profilen für das Ständerwerk, eventuelle Türen und Gipskartonplatten für die Beplankung des Ständerwerks. Die einzelnen Profile stellen wir Dir auch in Fotos vor, damit Du alles besser voneinander unterscheiden kannst:

Zur Errichtung der Trockenbauwand verwendest Du am besten verzinkte UW-Profile (Foto 1) als Rahmen für Grundlinie und Decke. Nimm verzinkte CW-Profile (Foto 2) für die Montage an den Wänden. Zur vertikalen Montage vom Boden zur Decke nimmst Du ebenfalls CW-Profile. Hast Du Dich für eine Tür in der Trockenbauwand entschieden, verwende ein spezielles Türsturzprofil (Foto 3) und UA-Profile (Foto 4) für die Türöffnung. Dazu kommen Anschlusswinkel zur Stabilisierung, Dichtungsband gegen Lärmbrücke, Drehstiftdübel, Gipskartonplatten, Trockenbauschrauben, Dämmstoff und Kabel, Fugenspachtel, Schleifpapier, Grundierung für die Gipskartonplatten als Vorbereitung für Farbe, Putz oder Tapete

Schritt 2: Planung

Jetzt könnte es eigentlich losgehen. Bevor Du Dich aber ans Werk machst, solltest Du einige Entscheidungen vorab treffen. Soll die neue Wand nur optisch oder auch akustisch trennen, ist der Einsatz in Feuchträumen geplant, welche Belastung muss die Wand aushalten, wie wichtig sind Brandschutz und Energie sparen? Erst nach Beantwortung dieser Fragen kannst Du die geeigneten Platten und Dämm-Materialien auswählen. Für Feuchträume etwa sind imprägnierte, grüne Platten erhältlich, Feuer hemmende Platten verfügen über unterschiedliche Wirkungsgrade. Einen wirksamen Schallschutz und Energieersparnis erreichst Du durch spezielle Schallschutzplatten und geeignete Dämmung.

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Mit unserem Konfigurator stellen wir ein praktisches Tool zur Verfügung, das die Bestellung des gesamten Materials unter Eingabe des Bauprojektes ganz einfach und schnell ermöglicht. Gleichzeitig erhält man einen verlässlichen Überblick über die Materialkosten.

Schritt 3: Vorbereitung

Gute Vorbereitung ist der halbe Weg zum Erfolg! Deshalb solltest Du vor Baubeginn genau definieren, welche Besonderheiten die Wand aufweisen soll: Planst Du eine Tür, dann denke daran, Aussparungen für die Türprofile einzuplanen. Sollen in der Wand Elektroleitungen für Wandlampen, Steckdosen und Schalter verlaufen (Bohrungen für den Austritt markieren), berücksichtige diese ebenfalls!

Für den reibungslosen Ablauf des Projektes ist jetzt die genaue Vermessung erforderlich. Zur Markierung der Bodenline, entlang derer später die Metallprofile der Trockenbauwand montiert werden, nutze eine Schlagschnur, das ist am einfachsten. Die Schlagschnur sollte jeweils die Außenkante der Profile markieren, um die spätere Montage zu erleichtern.

Zeichne die Grundlinie an den Wänden fort. Zur exakten Ausrichtung der Linien an den Wänden verwendest Du eine Richtlatte oder eine Wasserwaage. Die Linie an der Decke markierst Du wieder mit einer Schlagschnur.

Achtung: Berücksichtige schon bei der Zeichnung und Vermessung der Grundlinie die Aussparung für eine eventuelle Tür. Aus den ermittelten Maßen von Grundlinie, Wänden und Decke berechnest Du dann den ungefähren Materialbedarf für Ständerwerk und Beplankung, sowie weitere Materialien zur Vollendung.

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Zur schnellen und exakten Berechnung der Grundlinie, der Linie an Wänden und Decke eignet sich ein Linien-Laser oder ein Kreuzlinien-Laser. Entlang der Laser-Linien kannst Du dann mit einem Stift Markierpunkte setzen.

Gipskartonplatten
Mit der Beplankung des Ständerwerkes beginnst Du idealerweise an der Wand. © Adobe Stock

Schritt 4: Ständerwerk errichten

Als Konstruktion für die spätere Beplankung mit Gipskartonplatten muss als erster Schritt das Ständerwerk errichtet werden. Dieses fungiert als Rahmen für alle weiteren Bauschritte. Der Rahmen wird an Boden und Decke aus sogenannten UW-Profilen montiert. Die UW-Profile werden mit einer Blechschere passgenau zugeschnitten. Anschließend alle Profilrücken Schritt für Schritt mit einem Dichtungsband abkleben, um Lärmbrücken zu vermeiden.

Die Profile werden dann - mit dem Dichtungsband zu Boden und Decke gerichtet - mit Drehstiftdübeln an der eingezeichneten Linie befestigt. Achtung: Bei der Montage der UW Profile am Boden die Aussparung für die etwaige Tür berücksichtigen. Die Tür wird gesondert gesetzt (siehe Schritt 5).

Nach Montage des UW-Profilrahmens senkrecht die CW-Profile an den Wänden montieren (Dichtungsband nicht vergessen). Weitere CW-Profile setzt Du vertikal in die UW-Profile ein. Diese  Profile in etwa 60 Zentimeter Abstand gesetzt, dienen später zur Montage der Gipskartonplatten. Beide Profile miteinander nach und nach verschrauben oder vernieten. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: CW-Profile nicht alle auf einmal am Rahmen befestigen. Anpassungen, die bei der Beplankung mit Platten später erforderlich werden könnten (siehe auch Schritt 6), sind sonst nicht mehr möglich.

Schritt 5: Türöffnung vorbereiten

Eine Tür benötigt einen eigenen Rahmen innerhalb der Trockenbauwand. Die CW-Profile eignen sich dafür nicht. Verwende stattdessen spezielle UA-Profile. Achte beim Setzen der Profile darauf, dass die Türöffnung mindestens zwei Zentimeter größer ist, als die gewählte Zargengröße. Sonst kann es zu Schwierigkeiten beim Einsetzen kommen.

Setze jetzt das Türsturzprofil ein. Schneide etwaige Überlängen mit einer Blechschere an den vorgesehenen Schnittstellen ein. Dann klappe die Anschnitte einfach nach unten ab, sodass sie seitlich in die UA-Profile reinpassen und Du wirst sehen: passt!

Jetzt festigst Du das Türsturzprofil nur noch mit Anschlussschrauben. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Führe sämtliche Blecharbeiten an den Profilen am besten mit einer geeigneten Blechschere durch. Verwende nach Möglichkeit keinen Winkelschleifer. Die hohe Reibungswärme kann den Korrosionsschutz der Profile beschädigen. 

Schritt 6: Gipskartonplatten anbringen

Bei der Beplankung des Ständerwerkes beginnst Du idealerweise an der Wand. Schneide die Abrundung der Platte, die der Wand am nächsten ist, mit dem Cuttermesser ab. Grund: Die nun etwas planare Seitenfläche erzeugt einen optisch ansprechenderen Wandabschluss.

Durch diese Maßnahme aber verringert sich die Breite der ersten Platte um etwa fünf Zentimeter. Das an diese Platte anschließende CW-Profil muss also entsprechend enger gesetzt werden. (vergleiche Schritt 4, Ständerwerk errichten). Stets darauf achten, dass die Platten mittig auf das Profil gesetzt werden.

Achtung: Um einen optimalen Schallschutz zu erzielen, sollten die Platten weder an Wand, Boden oder Decke bündig gesetzt werden. Halte drei bis fünf Millimeter Abstand. Diese dadurch entstandene Lücke wird später verfüllt (z.B. mit Acrylmasse). Den Abstand kannst Du mit Keilen ganz einfach herstellen.

Befestige die Platten nun der Reihe nach mit Trockenbauschrauben von unten nach oben. Du wirst jetzt feststellen, dass Deine Deckenhöhe und das Maß der Gipskartonplatte unterschiedlich sind. Das ist normal. Die durchschnittliche Deckenhöhe in Deutschland beträgt etwa 2,40 Meter. Setze also Deine zwei Meter messende Platte von unten nach oben ein und befestige diese. Dann schneide von der nächsten Platte 40 Zentimeter ab und setze dieses Stück auf die bereits befestigte Platte auf. Jetzt hast Du einen Abschnitt von 1,60 Meter übrig. Damit wird die nächste Bahn wieder von unten aufgebaut. Die fehlende Höhe gleichst Du wieder in gleicher Weise mit einem Abschnitt von der nächsten Gipskartonplatte aus und startest mit dem Rest die neue Bahn von unten nach oben usw.

Wie schneidest Du den den Gipskarton? Mache ganz einfach auf einer Seite mit dem Cuttermesser einen Schnitt und breche diesen anschließend über eine Kante nach unten. Dann umdrehen und auf der Rückseite ebenfalls einschneiden. 

Wenn eine Schnittkante zur nächsten steht, die Kanten zum besseren Verspachteln einfach anfasen. So nennt man das Beschneiden der Platten, damit die Kanten abgeflacht werden. Dazu kann man einen speziellen Kantenhobel oder ein schlichtes Cuttermesser verwenden.

Nach der Frontseite die Dämmung, etwa aus Mineralwolle, einbringen und auch die Rückseite nach gleichem Muster beplanken. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Verlege vor Einlegen des Dämmmaterials und Montage der Rückseite unbedingt schon jetzt alle eingeplanten Elektroleitungen. Diese können später ganz einfach durch ein Bohrloch passgenau herausgeführt werden.

Trennwand selber pauen verputzen
Mit Hilfe von Spachtelmasse werden Fugen und offene Löcher abgedichtet © Adobe Stock

Schritt 7: Abspachteln und Grundieren 

Alle Fugen und Eindrehlöcher der Schrauben mit Fugenspachtel abdichten. Es empfiehlt sich ausreichend geeigneten Fugenspachtel zu besorgen, der nach dem Trocknen keine Mulden und Risse bildet. Nach dem Trocknen die lösemittelfreie Grundierung (Tapeziergrund) auftragen. Farbe und Tapete haften so deutlich besser. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Rissbrücken auf die Plattenfugen setzen und mit einspachteln, so entsteht ein gleichmäßig planes Bild.

 Herzlichen Glückwunsch, Du hast es geschafft!

Benötigst Du eine persönliche Beratung oder eine größere Menge an Trockenbau-Produkten? Dann stehen Dir unsere ausgebildeten Baustoff-Kaufleute gern zur Seite. Unter diesem Link kannst Du einen Beratungstermin vereinbaren, oder Dein Großprojekt direkt anfragen.

Ein Artikel von Cornelia Jürss, Autorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
Themen dieses Artikels
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