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Bauschutt richtig entsorgen
Innenausbau

Bauschutt entsorgen: Regeln, Tipps & Kosten für Baustellenabfälle

Egal, ob Du ein Haus abreißt, neu baust oder renovierst: Auf Deiner Baustelle fällt jede Menge Müll an. Bauschutt entsorgen kann lästig sein und ins Geld gehen. Wohin mit Beton, Fliesen, Holz, Mörtelresten und Co.? Und was kostet die Vernichtung von Baustellenabfall? Erfahre hier alles über Preise, Sparpotenziale und die wichtigsten Regeln.

Gastautorin

Was ist Bauschutt?

Wo saniert, neu gebaut oder abgerissen wird, türmen sich zwangsläufig Abfälle, von Holz und Pappe über Fliesen bis hin zu Metall und Kabelresten. Haussanierer oder -bauer sollten grundsätzlich die drei Arten Baustellenmüll kennen:

1. Bauschutt

Bei Bauschutt handelt es sich um feste, mineralische Materialien, die wiederverwertet werden können. Dazu gehört in der Regel alles, was sich hinter der Tapete befindet und einige weitere nicht organische Baustoffe:

Bauschutt nach der Renovierung richtig entsorgen
Leicht zu merkende Faustregel: klassischer Bauschutt in der Regel alles, was sich hinter der Tapete befindet. © Adobe Stock

2. Baumischabfall

Vom reinen Bauschutt zu unterscheiden sind organische Materialien. Sie sind in der Regel nicht wiederverwertbar. Folgende Bestandteile machen Bauschutt zu Baumischabfall: 

  • Gips

  • unbehandeltes Holz 

  • Kabel

  • Kunststoff, z. B. Verpackungsmaterial

  • Tapete

3. Sonderabfälle

Schadstoffhaltige Materialien oder Gefahrstoffe sind Baustoffe, welche die Gesundheit gefährden. Zu diesen Sonderabfällen zählen zum Beispiel:

  • Asbestplatten

  • Dämmstoffe, z. B. Mineral- und Glaswolle

  • Öle

  • Lacke

  • lösemittelhaltige Farbstoffe

  • Holzschutzmittel

  • Kraftstoffe (Benzin, Diesel) 

  • Batterien

  • Leuchtstoffröhren, Quecksilberdampflampen 

  • teerhaltige Baustoffe 

  • Bauschutt und Erdaushub mit schädlichen Verunreinigungen

Wichtig: Sobald reiner Bauschutt organische Bestandteile oder Gefahrstoffe enthält, handelt es sich um Baumischabfall bzw. Sonderabfall. Selbst kleinste Mengen von Zusätzen machen hier den Unterschied und eine spezielle Entsorgung notwendig. 

Container mit Bauschutt
Für die Entsorgung großer Mengen Bauschutt ist die Anmietung eines Baustoff-Containers ratsam. © Shutterstock

Wo entsorgt man Baustellenmüll?

Der Umbau ist geschafft oder die letzte Mauer eingerissen? Dann steht für Dich als nächstes die Bauschuttentsorgung auf dem Plan. Wichtig zu wissen: Da die Müllentsorgung Sache der Bundesländer bzw. Gemeinden ist, gibt es individuelle Vorschriften und viele örtliche Sonderregelungen, an die Du sich halten musst. Damit Du keinen Weg umsonst antrittst und Deinen Bauschutt fachgerecht entsorgst, informiere Dich vorab beim zuständigen Amt für Abfallwirtschaft. In der Regel liefern die entsprechenden Webseiten alle wichtigen Informationen. 

Das Wichtigste auf einen Blick: Bei einigen Abfällen wie beispielsweise Tapeten ist die Sache einfach. Sie gehören in den hauseigenen Restmüll. Den Müll am besten in Säcken lagern und auf mehrere Abholtage verteilen, um Platz in der Tonne zu sparen. Reinen Bauschutt und Baumischabfall wirst Du in der Regel beim örtlichen Recycling- oder Wertstoffhof los. 

Für schadstoffhaltige Abfälle gelten hingegen häufig Sondervorschriften: Nicht alle Wertstoffhöfe haben Annahmeanlagen dafür. Meist musst Du damit direkt zu Deponien. Für gesundheitsgefährdende Asbestplatten, die seit 1993 in Deutschland verboten sind, gibt es zudem Fachbetriebe, welche die Abholung und Entsorgung für Dich übernehmen. Farb-, Öl- und Lackreste werden vielerorts von sogenannten Giftmobilen gesammelt, die mehrmals im Jahr Gefahrstoffe annehmen. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Bauschutt entsorgen: 3 goldene Regeln

Gut informiert und optimal vorbereitet, wird die lästige Abfallentsorgung auch für Dich zum Kinderspiel. Folgende Regeln schonen die Nerven, Deine Gesundheit und den Geldbeutel: 

  1. Schutzausrüstung tragen: Baustaub, Schmutz und giftige Dämpfe können die Gesundheit gefährden. Trage beim Umgang mit den Abfällen zur Sicherheit immer Mundschutz, Handschuhe und Schutzbrille.

  2. Schadstoffe sicher verpacken: Verschließe Gefahrstoffe immer luftdicht in reißfesten Kunststoffsäcken, um Deine Gesundheit nicht zu gefährden.

  3. Müll trennen: Wer Bauabfälle sauber trennt, kann beim Entsorgen viel Geld sparen. Sortiere deshalb vor: Bauschutt, Metall, Holz, Glas, Kabel, Kunststoffe und Verpackungsmaterial.

Was kostet die Bauschuttentsorgung?

Die Gebühren für die Bauschuttentsorgung variieren je nach Gemeinde. In der Regel kostet ein Kubikmeter reiner Bauschutt zwischen 10 und 85 Euro. Für Altholz zahlst Du bis zu 100 Euro pro Kubikmeter. Unsortierter Baumischabfall liegt bei bis zu 200 Euro je angefangenem Kubikmeter. Es lohnt sich also in jedem Fall, die Abfälle vor der Entsorgung zu trennen. Je sortenreiner der Baumüll, desto weniger zahlst Du.

Informiere Dich vorab beim zuständigen Recyclinghof über die aktuellen Preise und beachte die maximalen Abgabemengen. 

Bei größeren Mengen Abfall kann die Anmietung eines Baustoff-Containers sinnvoll sein. Je nach Bedarf gibt es verschiedene Größen. Die Kosten inklusive Transport und Entsorgung liegen im Schnitt zwischen 100 Euro für 1 Kubikmeter, 250 Euro für 5 und 300 Euro für 7 Kubikmeter Bauschutt.

Ein Artikel von Lisa Gutknecht, Gastautorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
Lisa Gutknecht ist Gastautorin für das Magazin von deineBAUSTOFFE. Sie ist Expertin für alle Themen rund um die Bereiche Garten, Modernisierung, Renovierung und Heimwerken.
Themen dieses Artikels
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