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Bodenbeläge verlegen - von Grund auf richtig planen
Fußboden

Bodenbeläge verlegen: Von Grund auf richtig planen

Egal ob neues Laminat, Parkett, Fliesen, Teppich, Vinyl oder Kork – wer einen neuen Fußboden verlegen möchte, muss den Untergrund vorab gründlich prüfen und vorbereiten.

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Erst prüfen und vorbereiten, dann Fußbodenbeläge verlegen

Edles Parkett, dekorative Fliesen im Großformat, designstarkes Laminat oder kuschelige Teppichböden – dank moderner Fußbodenbeläge in vielfältigen Materialien, Farben und Mustern lässt sich jeder Raum abwechslungsreich und individuell gestalten. Wie lange Sie Freude am neuen, selbst verlegten Bodenbelag haben, hängt maßgeblich von der Qualität des Untergrunds ab: Dieser muss eben, fest, rissfrei, trocken und sauber sein. 

Planen Sie entsprechend Zeit ein, um den Fußbodenaufbau (z. B. Estrich) vorab genau zu prüfen und gut vorzubereiten. Gegebenenfalls müssen Sie auch Ausbesserungsarbeiten durchführen, bevor Sie einen neuen Boden verlegen. Ihre Mühe wird mit einem dauerhaft schönen Ergebnis belohnt.

Ist der Untergrund eben?

Insbesondere bei dünnen Belägen (PVC, Vinyl- und Designboden) muss der Untergrund besonders eben sein, da sich jede noch so kleine Unebenheit später abzeichnet. Aber selbst Hartbeläge wie Parkett oder Laminat können sich stark verwinden – im schlimmsten Fall brechen sie an Nut und Feder auseinander. 

Prüfen Sie den Untergrund auf seine Ebenheit, indem Sie eine mindestens 2 m lange Richtlatte auf den Boden legen und die Hohlstellen mit einem speziellen Messkeil unterfüttern. Auf dem Keil können Sie nun die Höhendifferenzen ablesen: Liegen diese beispielsweise bei einem Messpunktabstand von 1 m höher als 3 mm (bei Messpunktabstand 4 m = 10 mm Abweichungsgrenzwert, Messpunktabstand 10 m = 12 mm Abweichungsgrenzwert) müssen Sie den Untergrund ausgleichen.

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Bevor Sie neue Bodenbeläge verlegen, gleichen Sie Vertiefungen, nach einer gründlichen Reinigung und dem Auftrag einer Grundierung, mit Vergussmassen aus. Erhebungen schleifen Sie ab.

Boden ausgleichen mit Ausgleichsmasse
Bevor ein neuer Bodenbelag verlegt werden kann, ist das Ausgleichen kleiner Unebenheiten im Boden zwingend erforderlich © Adobe Stock

Ist der Untergrund fest?

Damit verklebte Bodenbeläge später keine Blasen, Beulen oder Wellen bilden, muss der Untergrund fest sein. Für die Festigkeitsprüfung führen Sie die sogenannte Ritzprobe durch, indem Sie mit einem Stahlnagel sich überschneidende waagerechte und senkrechte Striche auf den Boden ritzen. 

  • Bricht nichts aus, ist die Oberfläche fest. 

  • Sind die Ausbruchstellen glatt und scharfkantig, ist der Boden relativ fest. 

  • Brechen die Kanten unregelmäßig aus, ist der Estrich nicht fest genug und muss ausgetauscht werden.

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Wer in Eigenregie Bodenbeläge verlegen möchte, kann darüber hinaus den Untergrund auf seine Beschaffenheit mit der Sicht-, Wisch- und Klopfprüfung testen.

Ist der Untergrund rissfrei?

Insbesondere alte Estriche können Risse aufweisen. Unproblematisch sind oberflächliche Haarrisse. Sind die Risse allerdings tiefer oder ziehen sich gar über die gesamte Fläche müssen Sie diese mit Reaktionsharz ausbessern.

Entfernen Sie zunächst lose Teile sowie Staub und Schmutz. Gießen Sie den Riss mit 2-komponentiges Epoxid- oder Acrylharz aus, bis keine Vertiefung mehr erkennbar ist. Überschüssiges Harz ziehen Sie mit einem Spachtel ab und streuen abschließend Quarzsand auf die ausgebesserten Stellen. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Sind die Risse im Estrich baudynamisch bedingt, überlassen Sie die Sanierung einem Fachmann.

Ist der Untergrund trocken?

Bei frisch eingebrachtem, nassem Estrich bleibt selbst nach der Trocknung eine gewisse Restfeuchtigkeit zurück. Diese Haushaltsfeuchte ist je nach Materialart (Zement, Gussasphalt, Anhydrid, usw.) verschieden und muss von einem Profi mit einem CN-Messgerät ermittelt werden.

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Sie selbst können mithilfe der Benetzungsprobe aber die Saugfähigkeit eines Bodes bestimmen. Verteilen Sie hierfür ein wenig Wasser auf dem Untergrund: Trocknet die Stelle schnell, ist die Saugfähigkeit eher hoch und der Auftrag einer Grundierung empfehlenswert.

Bodenbeläge verlegen: Von Grund auf richtig planen!
Erst wenn der Boden fest, rissfrei, trocken und sauber ist, sollte mit dem Ausgleich von Unebenheiten begonnen werden © Adobe Stock

Ist der Untergrund sauber?

Bevor Sie mit der Verlegung des neuen Bodenbelags beginnen, reinigen und säubern Sie den Fußboden gründlich: Entfernen Sie alle losen Partikel, Klebstoffreste und alte Bodenbelagsreste, fegen die Oberfläche und saugen alles mit einem Staubsauger (höchste Stufe) ab.

Fußboden verlegen – diese Werkzeuge benötigen Sie für Parkett und Laminat:

Obligatorische Grundausstattung für jeden Heimwerker sind Bleistift, Maßband oder Zollstock. Eine lange gerade Flucht markieren Sie mithilfe einer Schlagschnur. Mit einen Universalwinkel übertragen Sie rechte Winkel. Um Winkel aller Art zu kennzeichnen, nutzen Sie besser eine sogenannte Schmiege. Wer einzelne Elemente ablängen oder Türzargen kürzen muss, verwendet Elektro- und Handsägen (Kapp-/Gehrungssäge, Stich- oder Kreissäge, abgewinkelte Feinsäge).

Bodenbeläge mit Klick-Mechanismus hebeln Sie einfach ein. Helfen Sie gegebenenfalls mit wohldosierten (Gummi-)Hammerschlägen auf einen Schlagklotz nach. Die Elemente der Wandreihe fügen Sie mithilfe eines Zugeisens und eines Hammers zusammen. Für die notwendigen Abstände zur Wand (Dehnungsfugen) sorgen Abstandskeile.

Entdecken Sie hier notwendige Werkzeuge, mit denen Sie im Handumdrehen den perfekten Boden verlegen. 


Ein Artikel von Cornelia Jürss, Autorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
Themen dieses Artikels
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