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Bodenbelag Arten - wie wähle ich den Richtigen?

Entscheidungen rund um Haus und Garten sind oft langfristiger Natur. Auch der Bodenbelag soll langlebig sein und viele Jahre halten. Doch welcher ist der Richtige für meine Ansprüche? Hier findest Du eine Übersicht über die verschiedenen Arten von Bodenbelägen.

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Entscheidungen rund um Haus und Garten sind oft langfristiger Natur. Auch der Bodenbelag soll langlebig sein und viele Jahre halten. Während ein Teppichboden schon nach wenigen Jahren dem Sperrmüll geweiht sein kann, überdauern alte Stein- oder Dielenböden oft mehrere Generationen. Empfehlenswert ist eine möglichst vollflächige Verlegung, um ein einheitliches Bild zu schaffen. 

Hier geht es um die verschiedenen Arten von Bodenbelag und wie man die beste Entscheidung trifft. Zunächst sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Wie hoch ist mein Budget?

  • Gibt es Einschränkungen aufgrund der 

    • Aufbauhöhe (auch in Verbindung mit Trittschalldämmung, gehen die Türen bei einem neuen Boden noch zu?)

    • Denkmalschutz

    • haptischen Anforderungen (z. B: Fußwärme)

    • Fußbodenheizung

    • Nutzungsklasse (Beanspruchung)

  • Gibt es Bodenarten, die ich von vornherein ausschließe?

  • Soll der Boden auch in Feuchträumen verlegt werden?

  • Welchen ökologischen Kriterien soll der Boden entsprechen (z. B. nur Naturmaterial?)

  • Habe ich mich bereits auf einen Stil festgelegt (z. B. Eichenoptik)?

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Die Möglichkeiten bei der Wahl des richtigen Bodenbelags sind groß und bedürfen einer genauen Planung. © Adobe Stock

Tabelle der Vor- und Nachteile von Bodenarten

© Deine Baustoffe GmbH & Co. KG

Parkettboden und Dielen

Holzboden ist ein klassisches und begehrtes Material. Holzdielen sind größer als Parkett und kosten ca. 20-100 Euro pro qm. Dielenboden ist noch in vielen Altbauten verlegt. 

Es gibt Massivholzdielen bzw. Massivholzparkett oder Fertigparkett mit mehreren Schichten: Einer Nutzschicht aus Edelholz und einer HDF-Trägerplatte bzw. Sperrholz. Bei Klick-Systemen kommt noch der sog. Gegenzug dazu. Mehrschichtparkett “arbeitet” weniger als Vollholz, welches sich bei Feuchtigkeit ausdehnt und bei Trockenheit zusammenzieht. Knarrende Böden gibt es heute kaum mehr. Dadurch, dass das Holz nicht mehr mit Nägeln befestigt wird, sondern verklebt, geklickt oder verschraubt wird, kommt es nicht zu Geräuschbildung. 

Holzfußboden strahlt Behaglichkeit aus. Man sollte darauf achten, dass das Holz aus nachhaltiger Produktion stammt. Dunkle Böden wirken edel, helle lassen den Raum größer erscheinen. Beim Parkett kann man verschiedene Verlegemuster wählen, z. B. Fischgrät

Parkettboden, der im Fischgrätmuster verlegt wird, schafft eine außergewöhnliche Optik © Adobe Stock

Laminatboden

Auch Laminat besteht überwiegend aus Holz, es ist hochverdichtet. Auf der Trägerschicht ist jedoch ein Holzdekor aufgeklebt. Laminat hatte früher einen schlechten Ruf, da dieser Fußbodenbelag oft etwas billig wirkte. Heutzutage gibt es sehr hochwertige Produkte, die Echtholz sehr ähnlich sehen. Durch eine besondere Oberflächenstruktur wird Holz simuliert. Eine Trittschalldämmung ist bei Laminat geboten, um für Schalldämmung zu sorgen. Es wird schwimmend verlegt, d. h. ineinandergesteckt und nicht verklebt. Dadurch lässt es sich auch leicht wieder entfernen. 

Vinylboden

Vinylböden wurden in den letzten Jahren stark nachgefragt. Sie werden auch als Designböden bezeichnet und zählen zu den Kunststoffböden. Unter der transparenten Nutzschicht ist ein Dekorpapier angebracht. Eiche ist sehr beliebt, aber auch Steinoptik ist möglich. Darunter ist die Trägerplatte. Die Beläge sehen Holz sehr ähnlich. Vinyl kann vollflächig verklebt werden, dann benötigt man keine Trittschalldämmung und er kann sogar in Feuchträumen verlegt werden. Früher gab es Produkte mit Weichmachern, die werden heute hoffentlich nicht mehr angeboten. Beim Kauf von PVC-Böden sollte man bezüglich Weichmachern jedoch noch wachsam sein. 

Die Oberfläche hat eine Rutschhemmung, da sie, wie hochwertiger Laminatboden, strukturiert ist.

Vinylboden in Holzoptik
Klassische Kunststoffböden sind auch in Holzoptik erhältlich. © Project Floors

Fliesenboden

Der Vorteil von Fliesen- oder Steinboden ist die hervorragende Wärmeleitfähigkeit. Auf diese sollte man bei Fußbodenheizungen achten. Warmer Fliesenboden ist sehr angenehm. Das Naturmaterial lässt sich auch hervorragend reinigen. Je nach Modell können Fliesenböden etwas altbacken wirken, für größere Räume können sie aber auch mondän aussehen. 

Teppichboden

Teppichböden gibt es in verschiedenen Varianten. Gerade für Schlaf- oder Kinderzimmer sind sie beliebt. Jedoch ist die Reinigung sehr aufwendig. Teppichfliesen haben den Vorteil, dass sie bei Verschmutzung einzeln ausgetauscht werden können. Hier hat man auch die Möglichkeit, mit verschiedenen Farben kreative Verlegemuster zu realisieren. Auslegware als Rolle ist jedoch oft preisgünstiger. Teppich gibt es als hochwertiges Naturmaterial, aber die meisten sind Kunststoffböden.

Korkboden

Aus der Rinde der Korkeiche wird das Material gewonnen. Korkboden ist also natürlich. Die Oberfläche ist sehr weich, was sie auch empfindlich für Abdrücke von Möbeln oder Laufspuren macht. Bei verklebter Ausführung ist Kork auch für Fußbodenheizungen geeignet. Die Auswahl an Oberflächen ist nicht ganz so vielfältig wie bei anderen Bodenbelägen, jedoch tut sich auch hier gerade viel. 

Aufgrund seines natürlichen Ursprungs trägt Kork als Bodenbelag einen großen Teil zur Wohngesundheit bei. © Shutterstock

Linoleumboden

Linoleum ist ein Naturmaterial aus Leinöl, Jute, Naturharz, Kork- und Holzmehl. Man kennt den Bodenbelag z. B. aus Schulgebäuden. Er erfreut sich aber auch in Privaträumen zunehmender Beliebtheit, besonders gut passt er zu moderner Architektur. Farblich sind kaum Grenzen gesetzt. Es gibt auch Stein- und Holz-Nachbildungen. Die Strapazierfähigkeit überzeugt. Linoleum gibt es in verschiedenen Verlegearten, er ist als Auslegeware oder als Klick-Variante erhältlich. 

FAQ

Wie messe ich die Aufbauhöhe?

Als Aufbau gilt die gesamte Konstruktion oberhalb des Untergrundes (Fußbodenheizung, Estrich Dämmung, Bodenbelag). Da kommen oft ca. 9 cm zusammen. Wenn der Bodenbelag ausgetauscht werden soll, dann sollte man den alten Bodenbelag messen und maximal den Abstand zu den Türen aufschlagen. 

Was ist eine Dehnungsfuge?

Dehnungsfugen sollten bei großen Räumen eingeplant werden. Sie ermöglichen dem Bodenbelag sich auszudehnen. Dehnungsfugen bestehen z. B. aus Silikon. Bei Laminat, Parkett, Fliesen und Kork sollte man diese einplanen. Dehnungsfugen können an den Wänden und beim Übergang von Raum zu Raum eingearbeitet werden. 

Welche Wärmeleitfähigkeit brauche ich bei Fußbodenheizung?

Der Wärmedurchlasswiderstand kann anhand der Wärmeleitfähigkeit und der Bodendicke berechnet werden. Er wird als "m² K/W" angegeben. Hier sind ungefähre Werte bei durchschnittlichen Bodenbreiten aufgeführt. Es gilt: Je kleiner, desto besser!

© Deine Baustoffe GmbH & Co. KG


Ein Artikel von Cornelia Jürss, Autorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
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