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Drainage im Garten graben
Gartengestaltung

Drainage verlegen – Tipps zum Verlegen bei Haus und Garten

In Deutschland treten immer häufiger starke Regenfälle auf, die auch Hausbesitzer vor neue Herausforderungen stellen. Hier liest Du, wie eine Drainage Abhilfe schafft und optimal verlegt wird.

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In Deutschland treten immer häufiger starke Regenfälle auf, die nicht nur in der Landwirtschaft zu Problemen führen, sondern auch Hausbesitzer vor neue Herausforderungen stellen. Lässt die Bodenbeschaffenheit die Versickerung von Niederschlagswasser nicht zu, dann drückt das Wasser von außen gegen das Haus und die Feuchtigkeit in den Gebäudemauern lässt das Mauerwerk erkalten. Schwamm- und Schimmelbildungen, die langfristig Deine Gesundheit gefährden können, sind die Folge.

Mit einer Drainage verhinderst Du Bauschäden im Keller und Feuchtigkeit im Mauerwerk. Die Dränung dient der Trockenhaltung und dem Schutz von Gebäuden, denn das Drainagesystem leitet das Wasser durch die Drainagerohre vom Haus weg in die Kanalisation oder in eine Sickergrube. In diesem Ratgeber erfährst Du, wie Du selber eine Drainage verlegst und welche Vorschriften beim Aufbau einer Drainage an Haus und Garten beachtet werden müssen.

Drainagerohre verlegen
Drainage in den Boden verlegen © Adobe Stock

Hast Du Fragen rund um die Themen Drainagerohre, Drainageleitungen, Filtervlies, Kiesbett, Entwässerung oder zum Sickerschacht? An unserer kostenfreien Hotline stehen Dir ausgebildete Baustoffkaufleute gern beratend zur Seite. Die passenden Materialien werden Dir von deineBAUSTOFFE.de direkt an die Haustür oder zur Baustelle geliefert.

Drainage verlegen – das musst Du wissen

Bevor Du eine Drainage verlegst, solltest Du einen Versickerungstest durchführen. Damit kannst Du die Aufnahmefähigkeit des Erdbodens prüfen, also feststellen, wie schnell Regenwasser im Boden versickert und ob das Verlegen einer Drainage die Versickerung positiv beeinflussen kann. Ist bereits ein Kanalanschluss vorhanden, dann solltest Du Dich bei der zuständigen Kommune erkundigen, ob das Niederschlagswasser in die Kanalisation abgeleitet werden darf. Falls nicht, muss ein Sickerschacht (auch Sickergrube genannt) angelegt werden, um das Regenwasser mit der Drainage abzuleiten.

Drainage am Haus verlegen

Wenn eine Drainage ums Haus verlegt werden soll, kann der Aushub eines Drainagegrabens erforderlich sein. Die Drainagerohre werden entlang der Hausmauern verlegt und führen von dort zum Kanalanschluss oder zur Sickergrube oder zum Sickerschacht. Der höchste Punkt der Drainage liegt dabei am weitesten vom Kanalanschluss entfernt. Werden die Drainagerohre um eine Ecke geführt, dann sollte der Aufbau der Drainage dort unbedingt mit einem Revisionsschacht (Kontrollschacht) versehen werden.

Um den Aufwand und den Materialbedarf für das Drainagesystem zu ermitteln, solltest Du zunächst Maß nehmen und den Verlauf der Drainage planen. Für kleinere Projekte, wie eine Drainage im Garten, können Spaten und Schubkarre reichen. Einen größeren Erdaushub für die Drainage am Haus erledigst Du mit einem Minibagger.  

Je nach Aufbau benötigst Du folgende Materialien für das Drainagesystem: 

  • Drainagerohre

  • passgenaue Bögen

  • Anschlussrohre

  • Filtervlies

  • Sickerkies oder Splitt

  • T-Stücke, falls die Drainagerohre um die Ecke verlegt werden müssen

  • Revisionsschächte für Ecken 

Mit einer Wasserwaage kontrollierst Du das Gefälle der Drainagerohre bei der Verlegung. Das Vlies verhindert die Verschmutzung des Kiesbetts und schützt es vor Schwemmteilchen. In landwirtschaftlichen Gegenden empfiehlt sich die Verwendung von Drainagerohren mit einer integrierten Froschklappe, um eine Verstopfung des Drainagesystems durch Tiere zu vermeiden.

Drainage am Haus verlegen
Drainagesystem planen und verlegen © Adobe Stock

Um eine andauernde Funktionalität der Drainage zu gewährleisten, sollte das Rohrsystem mindestens einmal jährlich auf Verschmutzungen kontrolliert und durchgespült werden. Verstopfungen durch eingewachsene Wurzeln oder Brüche in den Drainagerohren werden dadurch rechtzeitig erkannt. So kann eine dauerhafte Beschädigung des Drainagesystems vermieden werden. Wenn Du an den Ecken zuvor Revisionsschächte eingebaut hast, erleichtert das die Kontrolle auf Verschmutzungen und die Reinigung der Drainageleitungen.

So verlegst Du die Drainage am Haus:

  1. Prüfen, wohin das Wasser abgeleitet werden kann

  2. Graben ausheben

  3. Boden mit Filtervlies bedecken

  4. Grube mit 10 bis 15 cm Sickerkies oder Splitt füllen

  5. Drainagerohre mit 2 % Gefälle verlegen

  6. Beginn der Drainagerohre 20 cm unter der Oberkante des Fundamentes

  7. Anschluss des Dränrohrs an den Kanalanschluss, dessen Ende ist somit der tiefste Punkt

  8. Graben erneut mit Sickerkies oder Splitt auffüllen

  9. Nochmals mit Vlies abdecken

Anschließend wird der Drainagegraben mit einem wasserdurchlässigen Füllmaterial, wie zum Beispiel Sickersand, oder dem übrigen Erdaushub ausgefüllt.

deineBAUSTOFFE.de Profi-Tipp: Eine fachmännisch verlegte Drainage allein schützt die Kellerwände nicht vor aufsteigender Feuchtigkeit. Eine zusätzliche Abdichtung der Kellerwände ist in jedem Fall notwendig. Zudem kann das Anlegen eines Pumpensumpfes helfen, den Auswirkungen von Extremwetterlagen vorzubeugen.

Drainage im Garten verlegen

Auch im Garten kann eine Drainage Sinn ergeben, wenn sich ständig Niederschlagswasser auf der Wiese sammelt. Grund dafür kann zum Beispiel ein die Versickerung behindernder Lehmboden sein, der klebrig und nur schwer wasserdurchlässig ist. Wenn das Regenwasser nicht ablaufen kann, weil der Untergrund uneben oder sehr fest ist, kannst Du das Wasser im Garten mit einer Drainage ableiten.

Kleine Flächen lassen sich für eine Entwässerung punktuell drainieren. Dazu werden mit einem Erdbohrer in kurzem Abstand Löcher in den Boden gebohrt, die mit Vlies ausgekleidet und anschließend mit einem Füllmaterial, wie zum Beispiel Sickerkies, aufgefüllt werden. Größere Flächen werden mit einem unterirdischen Drainagesystem versehen.

Drainage im Garten graben
Aushub zum Verlegen der Drainage im Garten © Adobe Stock

Je nach Größe des Grundstückes gibt es unterschiedliche Verlegeraster für die Drainage im Garten. Auch die Tiefe des Drainagegrabens variiert. Auf Rasen sollte die Aushebung mindestens 30 cm tief sein, für eine Wiese mit Obstbäumen sogar bis zu 150 cm.

Aufbau einer Drainage

Der Aufbau einer Drainage am Haus unterliegt der DIN 4095 (Dränung zum Schutz baulicher Anlagen – Planung, Bemessung und Ausführung) und umfasst das Ableiten von anfallendem Niederschlagswasser mithilfe eines Rohrleitungssystems, das den erdberührenden Teil eines Gebäudes umgibt.

Zusätzlich zum Aufbau der Drainage kann es nötig sein, die Hauswand mit wasserdichten Materialien gegen eindringende Feuchtigkeit zu schützen. Befindet sich das Gebäude auf einem feuchten Grundstück oder steht der Grundwasserspiegel zu hoch, kann eine Dränung zur Entwässerung ungeeignet sein, weil sie im Grundwasser stehen und das Wasser nicht abgeleitet werden würde.

Benötigst Du eine persönliche Beratung oder eine größere Menge Drainagerohre? Dann stehen Dir unsere ausgebildeten Baustoff-Kaufleute gern zur Seite. Unter diesem Link kannst Du einen Beratungstermin vereinbaren, oder Dein Großprojekt direkt anfragen.

Ein Artikel von Cornelia Jürss, Autorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
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