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Fliesen verlegen - so gelingt es!
Fußboden

Fliesen verlegen - so gelingt es!

Fliesen verlegen ist gar nicht so schwer. Du musst Dein Projekt allerdings sorgfältig vorbereiten und das richtige Material und Werkzeug zur Hand haben. Mit unserem Ratgeber gelingt es garantiert!

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Auch wenn Fliesen heute vielerlei individuellen Design- und Lifestyle-Ansprüchen gerecht werden, eins bleibt: Sie sind pflegeleicht, praktisch und robust. Aus natürlichen Rohstoffen hergestellt, sind sie ein umweltfreundliches Baumaterial. Weil sie so gut Wärme leiten und speichern, insbesondere auf Fußbodenheizungen, sind sie energieeffizient und schaffen ein behagliches Wohnklima. Innovative Hightechveredelungen der Oberfläche ersparen zudem unnötigen Putzaufwand. Auch deshalb sind Fliesen die idealen Boden- und Wandbeläge. Mit etwas Geschick, Sorgfalt und praktischen Tipps kannst auch Du selbst Bodenfliesen verlegen oder Wände fliesen. 

Das solltest Du vor dem Fliesen verlegen beachten 

Die Auswahl an Fliesen ist aufgrund ihrer wohnlichen und gestalterischen Qualitäten in Formen, Farben, Materialien und Ausführungen gigantisch. Im Trend und häufig nachgefragt sind momentan Fliesen aus Feinsteinzeug, vor allem solche im Naturstein-Look oder Holzoptik. Viele mögen außerdem die Raumwirkung großer Fliesen für Wände und Böden. 

Diese grundlegenden Tipps solltest Du bei der vielfältigen Auswahl an Fliesen in puncto Formaten, Materialien, Qualitäten und Einsatzorten stets beachten: 

  • Glasierte Steingutfliesen (DIN EN 159 B III) der Abriebklasse I sind hygienisch und leicht zu reinigen, aber anfälliger für mechanische Belastungen – also entsprechend für Wände im Innenbereich geeignet. 

  • Steinzeug- oder Feinsteinzeugfliesen (DIN EN 176 B I) der Abriebklassen II können grundsätzlich als Bodenbelag im Wohnbereich zum Einsatz kommen. 

  • Für stärker beanspruchte Bereiche (z. B. Flure und Küchen), wähle allerdings besser höhere Abriebklassen bis IV. 

  • Ein entscheidender Aspekt bei der Auswahl von Fliesen im Außenbereich ist ihre Wasseraufnahmefähigkeit – also ob sie Frost unbeschadet standhalten. Dicht gesinterte Keramik, wie etwa Feinsteinzeug, Steinzeug oder Spaltplatten (nach DIN EN 176 BI bzw. DIN EN 121 AI und Abriebklasse IV bzw. V) hat eine Wasseraufnahmefähigkeit weit unter drei Prozent. Sie sind somit frostsicher und für Terrasse, Balkon oder Kellerabgang geeignet. 

  • Um den Fliesenbedarf zu ermitteln, messe die Gesamtfläche sorgfältig aus (Länge x Breite) und rechnen zehn Prozent Materialbedarf für Verschnitt, Bruch und als Reserve für Reparaturen hinzu – bei großen Fliesenformaten empfiehlt sich deutlich mehr. Kalkuliere bei Aktionsware großzügiger, da hier ein Nachkaufen schwer möglich ist! 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Die Abriebfestigkeit glasierter keramischer Fliesen gliedert sich in die Abriebklassen I bis V (je höher die Klasse, desto belastbarer). 

Bevor Du neue Bodenfliesen verlegst: Untergrund vorbereiten 

Fliesen Mörtel auftragen
Der richtige Fliesenkleber spielt eine wichtige Rolle beim Verlegen von Fliesen. Sowohl der Untergrund als auch das Fliesenmaterial spielen bei der Wahl eine wichtige Rolle. © Adobe Stock

Quadratische Fliesen mit den Maßen 15/20/30 cm sind beliebter Standard. Du möchtest lieber extra große Fliesen verlegen? Dann musst Du bei der Untergrundvorbereitung noch sorgfältiger arbeiten, denn: Je größer das Fliesenformat, desto ebener muss der Untergrund sein. Je nach Art des Untergrundes kommen hier verschiedene Ausgleichsmassen in Frage. Für Holzdielen- und Spanplattenböden eignen sich faserarmierte Spachtelmassen (z.B. PCI Periplan Extra Spezial-Spachtelmasse), auf zementären Untergründen verwendest Du Fließestriche (z. B. PCI Periplan Plus Fließestrich) und auf Gussasphaltestrich extrem leicht verlaufende Ausgleichsmassen (z. B. PCI Periplan Fein Fließspachtel). 

Fliesenaufteilung

Um einen Eindruck von der späteren Fliesenfläche zu bekommen, lege vorab eine Fliesenreihe pro Raumachse kreuzweise aus. Das ist wichtig für eine symmetrische Fliesenaufteilung und so kannst Du gleich die Fugenbreiten beachten (je nach Format 2 bis 5 mm). 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Beginne an den Wänden die Fliesen zu verlegen, Du solltest nie mit einer ganzen Fliese beginnen, da die Wände in den wenigsten Fällen rechtwinklig zueinander und gerade verlaufen. 

Für jede Fliese der richtige Kleber 

Den Fliesenkleber wählest Du passend zum Untergrund und Anwendungsbereich. Standardkleber für feste Untergründe (Beton, Estrich) sind zementgebunden und als Trockengemische zum Selbstanrühren mit Wasser erhältlich. Möchtest Du Wandfliesen verlegen, kannst Du auf gebrauchsfertige Dispersionskleber (wasserlösliche Kleber auf Kunststoffbasis) zurückgreifen. Bei feuchten oder warmen Untergründen verwendest Du besser Flexkleber: Hochflexiblen Fliesenklebern sind mehr Kunststoffpartikel zugesetzt, um besser Schwingungen, Spannungen und sonstige Bewegungen von kritischen Untergründen aufnehmen. Zudem verbessert der Kunststoffanteil die Klebkraft. Wenn es besonders schnell gehen muss, verwende Kleber die schnell härten – Schnellkleber. 

Wer große Fliesen verlegen möchte, greift zu Klebern die eine lange Verarbeitungszeit, schnelle Abbindezeit und ein stabiles Kleberbett bieten, damit schwere Platten nicht einsinken. Prädestiniert für die angesagten großformatigen Fliesen sind hochflexible Schnell-Flexkleber, wie zum Beispiel PCI Flexmörtel SI Flott. Für die Verlegung großer Fliesen, insbesondere ab einer Kantenlänge ab 1 Meter, solltest Du einen Fachmann zur Unterstützung hinzuziehen, der mit Erfahrung und Wissen ein perfektes Ergebnis gewährleisten kann. 

Fliesen verlegen - so gelingt es!
Ist die Wahl auf Fliesen und Kleber gefallen, kann es mit dem Verlegen der Fliesen los gehen! © Adobe Stock

Nach dem Fliesen verlegen kommt das Verfugen 

Hast Du die Bodenfliesen verlegt und der Kleber ist getrocknet (die geflieste Fläche niemals vorher betreten) geht es ans Verfugen. Wähle hier ein Produkt, welches ebenfalls an das Fliesenmaterial und die zu erwartenden Belastungen angepasst ist. Naturstein und Glasfliesen solltest Du zum Beispiel unbedingt mit geeignetem Natursteinmörtel verfugen, um unschöne Verfärbungen des Fliesenbelags zu vermeiden. Und wie bei den Klebern gibt es Fugenmassen, die mit mehr oder weniger Kunststoff vergütet sind. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Verfuge flexibel verklebte Fliesen ebenfalls mit flexiblen, widerstandsfähigen Fugenmassen. 

Aber auch die Optik der Fugenbreite spielt eine Rolle: Sehr schmale Fugen wirken besonders elegant und passen zu ebensolchen Fliesen. Breite Fugen dagegen wirken eher rustikal und passen zum Beispiel zu Cottofliesen. Mit Fugen, die farblich perfekt zur ausgewählten Fliese passen, kannst Du zudem ganz unterschiedliche Flächenwirkungen der Fliesen im Raum erzielen. PCI bietet mit der Produktlinie Nanofug Premium 28 verschiedenen Farbtöne und Premiumqualität, die Beständigkeit garantiert. Die Epoxyfuge Durapox Premium ist sogar in mehreren hundert Nuancen erhältlich und eignet sich besonders für Anwendungsfälle, die Langlebigkeit voraussetzen, wie zum Beispiel bei sehr kalkhaltigem Wasser das eine intensive Reinigung notwendig macht und eine zementäre Fuge angreifen könnte. Insbesondere im Bad und in der Küche sollten zudem leicht zu reinigende, widerstandsfähige Fugenmörtel verwendet werden, die eine dauerhafte Qualität garantieren.

Der Verbrauch an Fugenmörtel pro Quadratmeter variiert stark: So kannst Du mit je 0,4 kg bei Standardfliesen im Format 15 x 15 cm und 3 mm breiten Fugen rechnen und bis zu 1,5 kg Fugenmasse pro Quadratmeter bei Mosaikfliesen (10 x 10 cm, 5 mm Fuge). 

Möchtest Du Bodenfliesen verfugen, gieße den Fugenmörtel auf den Boden und verteile ihn mit einer Gummilippe – immer diagonal zum Fliesenformat und den Mörtel mit einem Schwammbrett gut einarbeiten. Sobald dieser anzieht, entferne mögliche Rückstände auf den Fliesen mit einem feuchten Schwamm. Möchtest Du Wandfliesen verlegen, musst Du den Mörtel mithilfe eines Fugbretts auftragen und ihn diagonal zur Fuge einstreichen. Anschließend ebenfalls Reste entfernen – wasche aber nur vorsichtig mit dem Fliesenschwamm über die Fugen. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Die Fugen an Wänden müssen vollständig mit Fugenmasse befüllt werden. 

Mit Silikon Fugen Anschlüsse elastisch schließen 

Rand- und Übergangsfugen zwischen Boden oder Wand, Bauteilen (z. B. Stützbalken) und Installationselementen (z. B. WC, Waschbecken, Dusche, Wanne) dürfen nicht mit Mörtel verfugt, sondern müssen mit Silikon-Dichtstoffen elastisch geschlossen werden. Hier kommen Silikone zum Einsatz – entweder neutral vernetzend, essigsäurevernetzend oder speziell für Natursteine geeignet

Fliesenspiegel 

Ein Fliesenspiegel ist ein begrenzter gefliester Wandbereich, zum Beispiel im Bad oder in der Küche. Zwischen Arbeitsfläche und Hängeschränken bzw. Waschbecken und Spiegel dient der Fliesenspiegel als leicht zu reinigender Spritzschutz vor Wasser und Fett. 

Nimm vorab genau Maß und prüfe wo Unter- und Oberkante verlaufen sollen. Maßgebend können etwa die Höhen der Arbeitsplatte und der Oberschränke sein. Bei der Fliesenverlegung selbst arbeitest Du wie am Boden an einer Ur-Linie entlang. 

Zeichne diese mithilfe einer Wasserwaage senkrecht an die Wand und verlegen immer nur kleine Teilflächen (je ca. 1 m²) – zuerst nach rechts, dann nach links. 

deineBAUSTOFFE-Profi-Tipp: wer im Außenbereich Fliesen verlegen möchte, findet hier ein hilfreiches Video.

Benötigst Du eine persönliche Beratung oder eine größere Menge Fliesen? Dann stehen Dir unsere ausgebildeten Baustoff-Kaufleute gern zur Seite. Unter diesem Link kannst Du einen Beratungstermin vereinbaren, oder Dein Großprojekt direkt anfragen.

Ein Artikel von Cornelia Jürss, Autorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
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