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Akustikdämmung im Haus
Innenausbau

Schallschutz: So schützen Sie ihr Zuhause vor Lärm

Lärm gehört zu den unangenehmsten Belastungen unseres täglichen Lebens und gefährdet unsere Gesundheit. Auf Dauer kann Lärm krank machen! Aber es gibt Abhilfe: Bauliche Maßnahmen zur Schalldämmung an Wänden, Böden, Decken, Fenstern und Türen sorgen für mehr Ruhe in Ihren Wohnräumen.

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Wie funktioniert die Schalldämmung?

Um dies zu beantworten, müssen wir zuerst verstehen, was Schall ist und wie er funktioniert: Schall ist die Energie, die erzeugt wird, wenn etwas vibriert. Diese rhythmischen Schwingungen wandern in Wellen von der Quelle ab und bewirken, dass Luft und alle Gegenstände, mit denen sie in Kontakt kommen, ebenfalls mit derselben Frequenz schwingen. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Die Lautstärke von Geräuschen, den Schalldruck, misst man in Dezibel (dB). 0 dB wird als Stille empfunden. Eine normale Unterhaltung findet bei rund 50 dB statt, mittelstarker Verkehrslärm bei 80 dB. Die Schmerzgrenze wird bei 115 dB überschritten. 

Im Gegensatz zu Licht bewegen sich Schallwellen relativ leicht durch die meisten Objekte (Decken, Wände, Türen und Fenster), weshalb Sie trotz geschlossener Fenster immer noch Verkehrslärm hören können. Mit einer Schallisolierung fügen Sie nun zusätzliche Hindernisse hinzu, durch die Schallwellen wandern müssen. Das reduziert die Energie jeder Welle, bis sie kaum noch hörbar ist. 

Das A und O im Schallschutz

Die wirkungsvollste Methode, Schallwellen an ihrer Ausbreitung zu behindern, sind schallentkoppelte Systeme. Sie verhindern, dass Schallwellen sich im Baukörper fortsetzen. Entsprechende bauliche Maßnahmen sind etwa

  • schwimmend verlegter Estrich

  • abgehängte Decken, die die Wände nicht berühren

  • Randdämmstreifen beim Verlegen von Trockenestrichplatten

  • schalldämmende Wandanker bei der Befestigung einer Treppe in der Trennwand im Innenraum 

Neben der „Entkopplung“, die verhindert, dass Schall von einem Bauteil auf das nächste übertragen wird, ist die „Masse“ des Baustoffs entscheidend: Je mehr Masse vorhanden ist, d. h. das Material eine relativ hohe spezifische Dichte aufweist, desto weniger Schall gelangt in den Raum. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Schallschutzmaßnahmen sind grundsätzlich dann am effektivsten, wenn sie bereits beim Neubau berücksichtigt werden. 

Schallschutz für Wände

Wer jedes Wort der Nachbarn durch die Wände hört, sollte für eine zusätzliche Dämmung sorgen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass die Holz- oder Metallprofile, zwischen die die Dämmung geklemmt wird, von den bestehenden Bauteilen (Wand, Boden und Decke) entkoppelt werden (Dämmstreifen unterkleben)! Der Dämmstoff selbst sollte eine hohe Rohdichte aufweisen oder gleich herstellerseitig als schallschützender Dämmstoff ausgezeichnet sein. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Die Rohdichte eines Dämmstoffs können Sie den Produktdatenblättern der Hersteller entnehmen. Holzfaser-Platten mit einer Rohdichte von 170 bis 230 kg/m³ gelten beispielsweise also besonders schallabsorbierend.  

Schallschutz für Böden

Gerade in Altbauten hört man oft jeden Schritt des Nachbarn in der darüber liegenden Wohnung. Als Mieter hat man hier weniger Möglichkeiten. Allerdings bieten schon Kunststoff- oder Teppichböden mit Schaumrücken einen besseren Schallschutz. Wer dagegen die Möglichkeit hat, am Bodenaufbau etwas zu ändern, sollte bedenken, dass ein fest verklebter Hartbelagboden weniger Schwingungen erzeugt als ein schwimmend verlegter. Andernfalls muss eine Trittschallmatte für Schalldämmung sorgen. Aber auch hier gilt: Die Masse macht‘s. Holzböden mit einer 2 mm starken aufkaschierten Dämmmatte bewirkt eine Trittschallreduzierung um rund 18 dB, solche mit einer separaten 5-mm-Polystyrolplatte schon um 22 dB. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Korkboden schluckt von Natur aus viel Schall. Und selbst dünne Teppiche erzielen ein Verbesserungsmaß von 20 dB (dichte Teppiche sogar bis zu 40 dB). 

Schallschutz für Decken

Eine abgehängte Decke zur Schalldämmung von oben, gefüllt mit einem mindestens 40 mm starken Faserdämmstoff, ist zwar nicht die beste Lösung – aber manchmal geht es nicht anders. Auch hier gilt: Der Aufbau muss rundum von den Wänden abgekoppelt sein. 

Schallschutz für Fenster

Gute Fenster sind echte Lärmschlucker! Dafür sorgen speziell aufgebaute und verklebte Scheiben, Rahmen mit mehreren Dichtungsebenen und abgedichtete Fugen. Die Schallschutzklassen von eins bis sechs geben an, wie gut ein Fenster Schall und Geräusche dämmt. Standard-Isolierverglasungen fallen meist in die Klasse 2 und reduzieren den Krach von draußen um etwa 32 dB. Ein Schallschutzfenster der Klasse 6 kann den Lärm sogar um mehr als 50 dB verringern. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Versierte Heimwerker können durchaus selbst neue Fenster einbauen

Schallschutz für Türen und Zargen

Funktionstüren schließen störenden Lärm aus – egal ob es sich um die tobenden Kinder im Spielzimmer oder den Lärm von draußen handelt. Dabei gilt auch für Türen: Eine schwere Tür mit mehr Masse dämmt auch besser den Schall. Bei der Auswahl von schallgedämmten Türen unterscheidet man die Klassen SK1 bis SK4 (mit aufsteigender Wirkung). Neben einem Einbau streng nach Herstellerangaben spielen beim Schallschutz auch Zarge, Beschläge und Dichtungen eine wichtige Rolle.

Ein Artikel von Cornelia Jürss, Autorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
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