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Hausbau

Schwedenhaus bauen: Vorteile, Nachteile und Kosten

Urig, pittoresk und gemütlich: Schwedenhäuser erinnern an Ferien in Bullerbü und sind an Wohnlichkeit kaum zu toppen. Typisch für das Holzhaus im schwedischen Stil sind die weißen Sprossenfenster und die rote Fassade. Weltweit kann man sich an diesem Anblick erfreuen. Auch Sie sind angetan von der Optik und wollen ein Schwedenhaus bauen? Erfahren Sie hier, wie ökologisch Schwedenhäuser sind, welche Vorteile und Nachteile es gibt und was ein Fertighaus kostet.

Gastautorin

Was ist ein Schwedenhaus?

Wer einmal Urlaub in Schweden verbracht oder eine Verfilmung von Astrid Lindgrens Kinderbüchern gesehen hat, der kennt die typische Optik von Schwedenhäusern: Eine einladende Veranda aus Holz, weiße Fensterrahmen, die einen Kontrast zum roten Anstrich der Fassade bilden, und vorspringende Kapitäns- oder Friesengiebel sind charakteristisch für schwedische Holzhäuser. 

Schwedenhäuser sind in den meisten Fällen Fertighäuser, die in der Holzständerbauweise errichtet werden. Sie bestehen aus einem Vollholzkern und einer Verkleidung aus Holzplanken. Hierzulande verwenden Anbieter häufig Fichtenholz. Für eine Wohnfläche von rund 150 Quadratmetern benötigt man rund 30 Kubikmeter des Rohstoffs. 

Das populäre Backsteinrot wird auch “Schwedenrot” oder “Falunrot” genannt. Die Farbe war urpsrünglich ein Nebenprodukt des Kupferbergbaus im schwedischen Ort Falun. Heute gibt es auch Modelle in Gelb, Grau oder Blau.

Auch wenn der Begriff “Schwedenhaus” erst in den 1980er Jahren entstand, haben sich die Fertighäuser nach skandinavischem Vorbild bereits in der frühen Nachkriegszeit in Deutschland durchgesetzt. Inzwischen zieren sie Wohnsiedlungen auf der ganzen Welt.

Wie ökologisch sind Schwedenhäuser?

Ein Schwedenhaus ist eine gute Wahl, wenn Sie ökologisch bauen und wohnen wollen. Holz ist ein schnell nachwachsender Rohstoff. Laut dem Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) wächst die benötigte Holzmenge für ein durchschnittliches Schwedenhaus alle 23 Sekunden nach. Voraussetzung für seine Klimaneutralität ist, dass das Material aus heimischen Wäldern stammt, so dass lange Transportwege wegfallen. 

Ein großer Vorteil von Holz: Der Baustoff verfügt über gute natürliche Dämmeigenschaften. Um die Energieeffizienz zu steigern, setzen viele Hersteller eine weitere ökologisch unbedenkliche Dämmschicht ein und kombinieren diese mit modernster Smart Home Technik. Die meisten modernen Fertighäuser erfüllen so nicht nur die erforderlichen Mindestanforderungen der Energiesparverordnung (EnEv), sondern auch die Kriterien der KfW-Bank, um finanzielle Fördermittel zu erhalten.

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Auch die Dacheindeckung kann Ihren Teil zu einer ökologischen Bauweise eines Schwedenhauses beitragen. © 2015 Benders Deutschland GmbH

Schwedenhaus bauen: Vorteile und Nachteile

Sie möchten das Für und Wider abwägen, bevor Sie sich für ein Schwedenhaus entscheiden? Das ist genau die richtige Strategie, um ein böses Erwachen zu verhindern. Immerhin ist ein Haus eine große Investition und Sie möchten möglichst ein Leben lang Freude daran haben. Darum verraten wir Ihnen die wichtigsten Vor- und Nachteile auf einen Blick. 

Wichtig: Schwedenhäuser sind nicht in jedem Baugebiet zugelassen. Erkundigen Sie sich deshalb im Voraus beim zuständigen Bauamt, ob der Haustyp überhaupt in Frage kommt.

Vorteile von Schwedenhäusern  

  • Schwedenhäuser aus heimischen Hölzern sind ökologisch wertvoll. 

  • Dank der natürlichen Dämmeigenschaften von Holz sind Schwedenhäuser energieeffizient

  • Bei einem Schwedenhaus ist es vergleichsweise einfach, die strengen Förderrichtlinien der KfW für energieeffizientes Bauen zu erfüllen.

  • Die Bauelemente sind vorgefertigt, so dass die Bauzeit deutlich geringer ausfällt als bei einem Massivhaus.

  • Der Baustoff Holz sorgt für ein gutes Raumklima.

  • Schwedenhäuser bieten einen hohen Wohnkomfort und strahlen optisch  – drinnen wie draußen – Gemütlichkeit aus. 

Nachteile von Schwedenhäusern

  • Holz ist witterungsanfällig, so dass die Fassade eine regelmäßige Pflege braucht.

  • Damit die farbige Optik erhalten bleibt, ist alle drei bis fünf Jahre ein neuer Anstrich notwendig.

  • Holz arbeitet und verzieht sich, weshalb Leitungen zwischen den Wänden unter Umständen neu verlegt werden müssen. 

  • Der Baustoff Holz saugt Feuchtigkeit auf und kann marode werden, daher ist eine umfassende Isolierung Grundvoraussetzung beim Schwedenhaus. 

  • Der Wiederverkaufswert von Fertighäusern aus Holz sinkt tendenziell stärker als bei Massivhäusern.

Schwedenhaus kaufen: Preise und Sparpotenziale

Ein Schwedenhaus mit 100 bis 150 Quadratmetern Wohnfläche kostet je nach Ausbaustufe, energetischen Standards und Ausstattung zwischen 125.000 und 250.000 Euro. Je mehr Eigenleistungen Sie übernehmen, desto günstiger kommen Sie weg. Wie bei allen Fertighäusern können Sie in der Regel auch Schwedenhäuser in verschiedenen Ausbaustufen kaufen: Rohbauhaus, Bausatzhaus, Ausbauhaus, schlüsselfertiges Haus oder bezugsfertiges Haus. Handwerklich begabte Bauherren können so jede Menge Kosten sparen. 

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Extras wie Garage oder Carport, Keller, zusätzliche Dämmschichten und Smart Home Technologien sowie der Innenausbau sind in der Regel nicht im Preis inkludiert. Bedenken Sie außerdem, dass ein Bauprojekt bereits beim Grundstückskauf anfängt. Weitere Faktoren, die Sie bedenken müssen, sind Erschließungskosten, Makler- und Notarkosten, die Baugenehmigung und gegebenenfalls ein Bodengutachten sowie die Baunebenkosten.

Als handwerklich begabter Bauherr können Sie beim Bau eines Schwedenhauses viel in Eigenregie übernehmen und Kosten sparen. © Shutterstock

Schwedenhaus bauen als Fertighaus: Anbieter und Modelle

Ein Schwedenhaus soll es sein? Dann haben Sie jetzt die Qual der Wahl: Der Markt für Schwedenhäuser ist groß. Hier sind die besten Schwedenhaus-Anbieter und solide Modelle unter 200.000 Euro:

Aladomo Schwedenhaus baut seit mehr als 20 Jahren umweltbewusste Fertighäuser in Premium-Qualität. Zum Beispiel: Das Modell Villa Alma Madsen von Aladomo misst 107 Quadratmeter und kostet ab 135.000 Euro.

Fjorborg Häuser verwendet für seine Objekte ausschließlich skandinavisches Fichtenholz, das besonders witterungsbeständig und langlebig ist. Zum Beispiel: Das Modell Tunö von Fjorborg hat knapp 85 Quadratmeter und kostet je nach Ausbaustufe zwischen 50.000 und 160.000 Euro.

Finnscania baut nordische Blockhäuser, die robust und energieeffizient sind. Zum Beispiel: Der Haustyp Blockhaus 98 von Finnscania bietet knapp 87 Quadratmeter Platz und kostet schlüsselfertig circa 160.000 Euro. 

Akost hat sich auf Schwedenhäuser und norwegische Holzhäuser spezialisiert, die traditionell erbaut und energetisch auf dem neuesten Stand sind. Zum Beispiel: Das Modell Magnus von Akost ist ein 114 Quadratmeter großer altersgerechter Bungalow und liegt preislich bei rund 195.000 Euro. 

Fazit: Lohnt es sich, ein Schwedenhaus zu bauen?

Mit einem Schwedenhaus verbinden viele eine kindlich romantische Urlaubsstimmung. Andere vermuten hinter den Türen eines Holzhauses radikale “Ökos”. Wieder andere fühlen sich vom “Billig-Haustyp” Fertigbau abgeschreckt. Nichts davon kann heute noch standhalten. Moderne Schwedenhäuser passen zum wachsenden Umweltbewusstsein in unserer Gesellschaft, sind hochwertig und technologisch ebenso wie energetisch auf dem neuesten Stand. Ein Schwedenhaus zu bauen lohnt sich für alle, die nachhaltig bauen und leben wollen Wert auf ein gesundes Raumklima legen und sich optisch vom massiven Einfamlienhausklassiker abheben möchten.


Ein Artikel von Lisa Gutknecht, Gastautorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
Lisa Gutknecht ist Gastautorin für das Magazin von deineBAUSTOFFE. Sie ist Expertin für alle Themen rund um die Bereiche Garten, Modernisierung, Renovierung und Heimwerken.
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