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Sparen beim Hausbau: 13 hilfreiche Tipps
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Sparen beim Hausbau: 13 hilfreiche Tipps

Ein Hausbau geht ins Geld. Da ist jede Maßnahme willkommen, mit der sich die Gesamtkosten senken lassen. deineBAUSTOFFE zeigt dreizehn Strategien, wie Sie beim Bauen sparen können. 

Gastautorin

#1 Augen auf bei der Grundstückswahl

Bereits vor dem ersten Spatenstich Kosten sparen? Das geht: Seien Sie bei der Grundstückssuche wachsam und vorausschauend. Die Größe des Bauplatzes entscheidet maßgeblich über den Preis. Je kleiner der Grund, desto kostengünstiger kommen Sie weg. Womöglich sind ein paar weniger Quadratmeter ausreichend? 

Schauen Sie außerdem nach einem Grundstück etwas außerhalb der Ballungsräume. Ein längerer Arbeitsweg kann sich lohnen, zumal die meisten B-Lagen gut an die örtliche Infrastruktur angebunden sind. Nicht zuletzt ist der Hausbau auf einem ebenen Grundstück preiswerter als auf einem Bauplatz in Hanglage. 

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Sie können beim Grundstückskauf zusätzliche Kosten sparen, wenn der Baugrund bereits voll erschlossen ist. 

#2 Kleiner bauen ohne Keller

Nicht nur in der Grundstücksgröße, auch in der Wohnfläche liegt Sparpotenzial. Jeder Quadratmeter kostet bares Geld, sowohl beim Erwerb und Bau als auch später beim Unterhalt. Schließlich will jeder Winkel des Hauses beheizt und beleuchtet werden. Wer also bereit ist, in punkto räumlichem Komfort ein paar Abstriche zu machen, kann die Gesamtkosten reduzieren. 

Besonders kostenintensiv ist ein Keller. Verzichten Sie auf den Extra-Raum im Untergeschoss, lassen sich bis zu 50.000 Euro einsparen. Platz zum Verstauen kann ein Dachboden bieten, den Sie auch im Nachgang noch ausbauen können.  

#3 Fördergelder beantragen

Der Staat greift Bauherren finanziell unter die Arme. Ein Blick auf die verschiedenen Förderprogramme lohnt sich: Am bekanntesten sind die Angebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) . Daneben unterstützen die sechzehn Bundesländer mit speziellen Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen den Hausbau. Möglichkeiten sind das Baukindergeld für den Hausbau mit Nachwuchs und Bausparverträge, darunter Wohn-Riester. Informieren Sie sich vorab bei Ihren lokalen Banken oder bei Spezialisten zur Baufinanzierung.

deineBAUSTOFFE Profi-Tipp: Mehr zum Thema Förderprogramme für Sanierung und Renovierung lesen Sie hier.  

#4 Mit einem Architekten bauen

Mehr Köche verderben den Brei und lassen das Budget unnötig in die Höhe schießen? Nicht unbedingt. Beim Hausbau kann es sich auszahlen, wenn Sie mit einem Architekten zusammenarbeiten – besonders dann, wenn Sie wenig Zeit und Muße haben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Der Profi hat sämtliche Kostentreiber im Blick und kann preisbewusste Bauherren gezielt beraten. So wissen Sie sofort, welche Wünsche realistisch umsetzbar und wo Abstriche sinnvoll sind. 

#5 Bei der Dachform und Dacheindeckung sparen

Das Dach bestimmt die Optik des Hauses und ist einer der großen Kostenfaktoren. Gibt es keine baurechtlichen Vorgaben, können Sie mit der Wahl der Dachform das Budget minimieren. Flachdach und Satteldach sind in der Regel am günstigsten. Je aufwändiger die Konstruktion des Dachstuhls, desto höher die Kosten. Das sogenannte Walmdach liegt im oberen Preissegment. 

Auch die Dacheindeckung birgt Sparpotenzial: Dachsteine sind um fast die Hälfte günstiger als Dachziegel.

#6 Leichte Trennwände statt Massivbau

Raumteiler im Haus können als Massivwand oder als leichte Trockenbaukonstruktion errichtet werden. Letztere sind schneller eingezogen und unterm Strich günstiger. Sie können die Wände zudem sofort tapezieren, was den großen Vorteil hat, dass lange Trocknungszeiten entfallen und Sie das Haus eher beziehen können. Auch das birgt Sparpotenzial – zum Beispiel, wenn Sie bis zum Umzug zur Miete wohnen. 

#7 Kunststofffenster sind günstiger als Holzrahmen

Holzfenster sehen schick aus und sind hochwertig. Die Qualität hat jedoch ihren Preis. Je nach Ausführung müssen Sie mit mindestens 50 Prozent Mehrkosten rechnen im Vergleich zu Kunststofffenstern. Diese sind noch dazu pflegeleichter. Wenn Sie also optisch flexibel sind, lohnt sich der Kostencheck beim Fensterbau. 

#8 Putzfassade birgt Sparpotenzial

Bei manchen Hausanbietern ist die Fassade im Preis inkludiert. Ist dies nicht der Fall, können hohe Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie sich für Klinker, Holz oder Trespa-Fassadenplatten entscheiden. Die günstigste Variante ist die Putzfassade. Ein Anstrich kann die Optik aufwerten, ist aber kein Muss.

#9 Designboden kann sich lohnen

Beim Thema Bodenbelag haben Bauherren die Qual der Wahl: Parkett, Laminat, PVC, Fliesen oder Teppich sind die gängigen Varianten. Am teuersten sind Echtholz- und Fliesenböden mit rund 75 Euro pro Quadratmeter. Laminat beginnt bei rund 25 Euro pro Quadratmeter. PVC- bzw. Vinylböden haben ihr Image inzwischen aufpoliert und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sogenannter Designboden, der Parkett zum Verwechseln ähnlich sieht, ist bereits ab knapp 40 Euro pro Quadratmeter erhältlich.

#10 Standardeinrichtung statt Premium

Sparpotenzial steckt im Detail: Zum Hausbau gehört auch die Einrichtung. Hier können Sie die Gesamtkosten senken, indem Sie sich für gute Standard- statt Premium-Lösungen entscheiden – beispielsweise bei Wandfliesen, Küchenfronten, Armaturen und Badkeramik. Gleiches gilt für den Innenausbau: Systemtreppen mit vorgefertigten Bauteilen kosten deutlich weniger als individuelle Modelle, die aufwändige Handwerkerarbeiten voraussetzen. 

#11 Beim Hausbau sparen durch Eigenleistungen 

Selbst sind die Bauherren: Wer Zeit und ein wenig handwerkliches Geschick hat, kann durch Eigenleistungen bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten einsparen. Das entsprechende Werkzeug können Sie in der Regel leihen oder günstig online kaufen. Es ist empfehlenswert, Helfer zu organisieren, die Ihnen auf der Baustelle von Zeit zu Zeit unter die Arme greifen.  

Wichtig zu wissen: Eigenleistungen sind immer mit Gefahren verbunden. Ein ausreichender Versicherungsschutz ist Pflicht. 

Versicherungsbeiträge schlagen zusätzlich zu Buche, sind aber verkraftbar, wenn man durch Eigenleistungen einiges an Budget einspart. An dieser Stelle sollten Sie nicht sparen – Sicherheit geht schließlich vor. Folgende Versicherungen beim Hausbau in Eigenregie sind ratsam:  

Wichtige Versicherungen für Bauherren
Bauherrenhaftpflichtversicherung
Gesetzliche Unfallversicherung
Bauhelfer-Unfallversicherung
Unfallversicherung für den Bauherren
Risikolebensversicherung

#12 Vorausschauend barrierefrei bauen

Ein Haus ist für die meisten Bauherren eine Investition fürs Leben: Sparen ja, Kompromisse nein! Planen Sie vorausschauend und bedenken Sie bereits beim Hausbau in jungen Jahren altersgerechte Lösungen mit. Dazu zählen breite Türöffnungen, geräumige Bäder, ebenerdige Duschen, stufenlose Eingänge und ausreichend Zimmer im Erdgeschoss.  

Ein nachträglicher barrierefreier Umbau wird mitunter zwar finanziell bezuschusst, geht aber trotzdem ins Geld.

#13 Arbeiten aufschieben 

Es kann sich lohnen, einige nicht dringend erforderliche Arbeiten auf später zu verschieben. Dazu zählen zum Beispiel der Dachausbau, das Errichten eines Carports und die Gartengestaltung. Sie können Ihr neues Eigenheim eher beziehen, was möglicherweise Mietkosten einspart. Außerdem können Sie Handwerkerleistungen, die in den Folgejahren entstehen von der Steuer absetzen. Pro Jahr lassen sich maximal 6.000 Euro geltend machen, was eine Rückzahlung von bis zu 1.200 Euro bedeutet. 

Fazit

Wer vorausschauend plant, Preise vergleicht, sich für Standard statt Premium entscheidet und bei der Grundstücks- bzw. Wohnfläche Abstriche macht, kann beim Hausbau viel Geld sparen. Von der Dacheindeckung bis zu den Badarmaturen: In jedem Winkel Ihres neuen Eigenheims steckt Potenzial zur Kostensenkung. Eigenleistungen können die Gesamtkosten zusätzlich um bis zu 20 Prozent senken. Plus: Der Staat bezuschusst Ihre Baukasse. Es lohnt sich also, nach passenden Förderprogrammen Ausschau zu halten. Ihr Haus soll lebenslanges Wohnglück versprechen – investieren Sie also ausreichend Zeit in die preisbewusste Planung. Es lohnt sich im Regelfall immer.


Ein Artikel von Julia Gutknecht, Gastautorin im Magazin von deineBAUSTOFFE
Lisa Gutknecht ist Gastautorin für das Magazin von deineBAUSTOFFE. Sie ist Expertin für alle Themen rund um die Bereiche Garten, Modernisierung, Renovierung und Heimwerken.
Themen dieses Artikels
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